Trau keinem Computer, den du nicht (er-)tragen kannst.

Im Jahr 1986 plante die Bundestagsverwaltung Großes. Mit Hilfe von Computern und einem Computernetzwerk (PARLKOM) sollte die Kommunikation der Abgeordneten, Fraktionen und Wahlkreisbüros verbessert werden. Die in ihren frühen Jahren eher technikskeptischen Grünen beauftragten daraufhin Mitglieder des Chaos Computer Clubs und des „Arbeitskreis Politischer Computereinsatz“, eine Studie über die Auswirkungen und Alternativen zu PARLKOM zu erstellen. Das Ergebnis wurde in einer Studie mit folgendem Titel festgehalten:

Trau keinem Computer, den du nicht (er-)tragen kannst.
Entwurf einer sozialverträglichen Gestaltungsalternative für den geplanten Computereinsatz der Fraktion ‚Die Grünen im Bundestag‘ unter besonderer Berücksichtigung des geplanten Modellversuchs der Bundestagsverwaltung (PARLAKOM)

Für Interessierte ist die Studie hier zu finden.

YIPL und TAP, Ausgaben von 1971 bis 1984

Im Netz geistert schon seit einiger Zeit ein PDF mit allen Ausgaben der TAP von 1971 bis 1984 sowie eines Versuchs der Neuauflage 1989 herum. Da die TAP, die 1971 von Abbie Hoffmann und „El Bell“ als YIPL (Youth International Party Line) gegründet wurde, eine wichtige Quelle für die Geschichte früher Hacker und Phreaker ist und unmittelbare Inspiration für Wau Holland zum Start der datenschleuder und damit zur Gründung des Chaos Computer Club war, sichere ich das auch mal hier…

YIPL und TAP, Ausgaben 01-91;99,100

Außerdem gab es 1971 auch noch einen Flugblatt zum Start der YIPL.

Hackerbibeln

Ich habe für meine Masterarbeit die Hackerbibeln des Chaos Computer Clubs gescannt und jeweils ein PDF daraus gemacht. Ist ja vielleicht noch für andere Menschen außer mir nützlich oder interessant, daher:

Die Hackerbibel Teil 1 (1985)

Die Hackerbibel Teil 2 (1988)

„Das neue Testament“ (Teil 2) folgt in einigen Tagen, bin bislang noch nicht zum scannen gekommen.

Eine reine Textversion der Hackerbibeln ist übrigens hier und hier zu finden.

1942: Fließendes Wasser in Moskau

Manchmal hat man Momente, die einen helfen, alltägliche Dinge mit anderen Augen zu sehen. Einen solchen Moment hatte ich gestern bei der Lektüre von Winston Churchils „Der Zweite Weltkrieg“, das gerade meine Bettlektüre bildet.Dort schreibt der damalige britische Premierminister und späterer Träger des Literaturnobelpreises, wie er 1942 bei einem Besuch bei Stalin in Moskau die Vorteile einer mir heute als Selbstverständlichkeit erscheinen Handwaschmethode entdeckte:

Ich beobachte, daß das Wasser nicht aus einem Heiß- und einem Kaltwasserrohr eingelassen wurde und daß die Waschbecken keine Stöpsel besaßen. Das Wasser kam aus einem einzigen Rohr, genau auf die gewünschte Temperatur abgestimmt. Auch wusch man sich die Hände nicht in dem Waschbecken, sondern im fließenden Wasser. Ich habe dieses System in bescheidenerem Rahmen mir zu Hause eingeführt. Falls es nicht an Wasser mangelt, ist es bei weitem das beste.[ref](Winston Churchill: Der zweite Weltkrieg. Mit einem Epilog über die Nachkriegsjahre. Frankfurt 2003. S. 687.)[/ref]